Änderungen bei den Kurzarbeits- entschädigungen per 01.07.2021

Das Parlament hat am 23. Juni 2021 wesentliche Änderungen im Zusammen- hang mit der Kurzarbeit beschlossen. Die Änderungen treten am 1. Juli 2021 in Kraft. Ausführliche Informationen finden Sie auf www.arbeit.swiss im Bereich COVID-19 / Pandemie. Nachfolgend finden Sie die wichtigsten Änderungen: 

Arbeitsausfälle von mehr als 85 %
Pro Rahmenfrist von zwei Jahren dürfen höchstens vier Monate mit einem Arbeitsausfall von mehr als 85 % abgerechnet werden. Die Monate März 2020 bis und mit März 2021 sind davon ausgenommen. Wenn die Höchstanzahl ausgeschöpft ist, kann für den Folgemonat (z.B. August 2021) die Abrechnung mit einem Arbeitsausfall von mehr 85 % nicht berücksichtigt werden. Das Bundesrecht verbietet eine Reduktion auf die zulässige Höchstgrenze, weshalb die Arbeitslosenkasse ein solches Gesuch vollständig ablehnen müsste.
Nicht betroffen von dieser Einschränkung sind Abrechnungen unterhalb der Höchstgrenze des Arbeitsausfalls von 85 %.

Arbeitsausfall von mehr als 50 % ab der Abrechnungsperiode Juni 2021
Wird ab der Abrechnungsperiode Juni 2021 ein Arbeitsausfall von mehr als
50 % geltend gemacht, müssen im Hinblick auf die Schadensminderungspflicht die Gründe dafür plausibel und schriftlich dargelegt werden. 

Karenztag
Ab dem 1. Juli 2021 wird für den Bezug von Kurzarbeit wieder eine minimale Karenzzeit von einem Tag eingeführt.

Rapport über die wirtschaftlich bedingten Ausfallstunden
Ab dem 1. Juli 2021 wird der „Rapport wirtschaftlich bedingter Ausfallstunden“ wieder eingeführt. Mit diesem Formular bestätigen die Arbeitnehmenden ihre Ausfallstunden und erklären, dass sie mit der Kurzarbeit einverstanden sind.

Erhöhung der Höchstbezugsdauer für Kurzarbeitsentschädigung
Die Höchstbezugsdauer für Kurzarbeitsentschädigung wird von 18 auf 24 Monate erhöht. Dies gilt bis zum 28. Februar 2022.

Arbeitnehmende in einem befristeten Arbeitsverhältnis und Arbeitnehmende auf Abruf
Der Anspruch auf Kurzarbeitsentschädigung für Personen in befristeten Arbeitsverhältnissen und für Arbeitnehmende auf Abruf in unbefristeten Arbeitsverhältnissen wird bis zum 30. September 2021 verlängert, sofern die betriebliche Tätigkeit durch behördlich angeordnete Massnahmen weiterhin erheblich eingeschränkt ist.

Verlängerung des Corona-Erwerbsersatzes auch für indirekt betroffene Selbständigerwerbende und Personen in arbeitgeberähnlicher Stellung

Das Covid-19-Gesetz regelt die Fortführung von Massnahmen zur Entschädigung des Erwerbsausfalls. Folgende Personen, deren Erwerbstätigkeit wegen Massnahmen gegen das Corona-Virus eingeschränkt ist, können Corona-Erwerbsersatz beziehen:

  • Personen in arbeitgeberähnlicher Stellung bei Betriebsschliessung
    Neu haben auch Personen in arbeitgeberähnlicher Stellung (GmbH- oder AG-Inhaber) Anspruch auf Corona-Erwerbsersatz, wenn sie ihre Tätigkeit auf Anordnung der Behörden einstellen mussten. Bei einer Betriebsschliessung besteht der Anspruch für die Dauer der Schliessung.      
         
  • Personen in arbeitgeberähnlicher Stellung bei Veranstaltungsverbot
    Neu haben auch Personen in arbeitgeberähnlicher Stellung (GmbH- oder AG-Inhaber) Anspruch auf Corona-Erwerbsersatz bei einem behördlichen Veranstaltungsverbot, wenn sie für diese Veranstaltung eine Leistung erbracht hätten.
        
  • Selbständigerwerbende und Personen in arbeitgeberähnlicher Stellung mit massgeblicher Umsatzeinbusse
    Neu haben Personen einen Anspruch auf Corona-Erwerbsersatz, deren Erwerbstätigkeit wegen Massnahmen gegen das Corona-Virus massgeblich einschränkt ist und die eine Lohn- oder Einkommenseinbusse erleiden. Die massgebliche Einschränkung ist definiert durch einen Umsatzverlust von mindestens 55 Prozent im Vergleich zum Durchschnitt der Jahre 2015 bis 2019. Die Betroffenen müssen die Umsatzeinbusse deklarieren und begründen, wie sie auf Massnahmen zu Bekämpfung der Covid-19-Epidemie zurückzuführen ist. Für Ansprüche bis 18. Dezember 2020 ist ein Umsatzrückgang von 55 Prozent massgebend, ab 19. Dezember 2020 gilt die Schwelle von 40 Prozent. Wer im Monat Dezember einen Umsatzrückgang von mindestens 40 Prozent aber weniger als 55 Prozent vorweisen kann, hat ab 19. Dezember 2020 Anspruch auf eine Entschädigung auf dieser Grundlage. Für den Umsatzrückgang wird der ganze Monat berücksichtigt. Wer im Dezember einen Umsatzrückgang von mindestens 55 Prozent vorweisen kann, hat für den ganzen Kalendermonat Anspruch auf die Entschädigung.

Personen, die einen Erwerbsausfall erleiden und auf welche die oben aufgeführten Situationen zutreffen, müssen bei ihrer AHV-Ausgleichskasse einen Antrag einreichen. Die entsprechenden Formulare stehen auf den Webseiten der Ausgleichskassen bereit. Die Betroffenen können ihre Anträge ab sofort einreichen, werden aber gebeten, sich bis zur Auszahlung der Leistungen noch zu gedulden.

Schutz besonders gefährdeter Personen ab 18.01.2021
Besonders gefährdete Personen werden spezifisch geschützt. Dazu wird das Recht auf Homeoffice oder ein gleichwertiger Schutz am Arbeitsplatz oder eine Beurlaubung für besonders gefährdete Personen eingeführt. Für gefährdete Personen in Berufen, in denen die Schutzbestimmungen nicht umgesetzt werden können, muss der Arbeitgeber die betroffenen Arbeitnehmenden unter voller Lohnzahlung von der Arbeitspflicht befreien. In diesen Fällen besteht ein Anspruch auf Corona-Erwerbsersatz. 

Anspruch bei Quarantäne neu für 7 Tage ab sofort

Der Bundesrat hat an seiner Sitzung vom 27. Januar 2021 beschlossen, die Corona Erwerbsersatzentschädigung ab dem 8. Februar 2021 bei Quarantäne von zehn auf sieben Tagessätze zu kürzen.